Faszination der Steine
Geologisches Museum & Naturstein Galerie in Raben-Steinfeld

Klaus Vöge

Wie das Sprichwort sagt: „Was lange währt, wird endlich gut“. Seit über zwei Jahre sprechen wir davon, dass wir das Museum von Reinhard Braasch besuchen wollen. Nachdem Gerald einen Termin vereinbart hat, sind wir (Anke, Erika, Gerald und ich) in Richtung Schwerin gefahren.

Hier in Raben-Steinfeld haben sich Renate und Reinhard Braasch in ihrem Haus ein kleines aber sehenswertes Museum und eine Schmuck-Manufaktur eingerichtet. Den Schwerpunkt haben sie auf die erdgeschichtlichen Funde aus der Umgebung der Ortschaft gelegt. Dieses war nicht schwer, denn der Ort wurde 1410 gegründet und hieß wegen des Steinreichtums „Steinfeld“. Hier befand sich vor ca 20 000 Jahren der Eisrand der Weichsel-Kaltzeit und ließ beim Rückschmelzen des Gletschers die „steinreiche“ hügelige Endmoränenlandschaft zurück. Wenn man durch die Gegend fährt, findet man an den Feldrändern und an den Baumgruppen eine Vielzahl von Steinhaufen. Aus diesem Fundus hat R. Braasch in den letzten 30 Jahren einen Großteil seiner Schaustücke für die Sammlung zusammengetragen. Hinzu kommt, dass er in der Kiesgrube Pinnow, der klassischen Fundstelle für das Sternberger Gestein, beschäftigt war und viele Stücke aus der Grube in seiner Sammlung zu finden sind. Mit dem Sammeln und Ausstellen der Stücke gibt sich Reinhard Brasch aber nicht zufrieden. Er hat sein zweites Hobby entdeckt. Er schleift und poliert die Fundstücke und fertigt einzigartige Schmuckstücke sowie Souvenirs in seiner hauseigenen Manufaktur an. Zu seinen Besuchern zählen Schulklassen, Touristen bis hin zu Gruppen, die sogar aus Norderstedt anreisen. In der Ausstellung findet man Kuchen, der nicht zum Verzehr geeignet ist und Igel, die nicht mehr stechen. Selbst mitgebrachte Fundstücke werden begutachtet und bekommen einen Namen. Wenn man mit R. Braasch einen Termin vereinbart, kann man Stein-Abende im Museum unter Ammoniten, Seeigeln und jede Menge Sternberger Kuchen verbringen. In stiller Runde hört man dann auch Geschichten, die die Steine erzählen.

Bei einem Besuch in Raben-Steinfeld sollte man etwas mehr Zeit einplanen um die Ortschaft und die Umgebung zu erkunden. Im alten Ortskern findet man das Schloss des Großherzogs und die schönen alten Gesindehäuser. In der Umgebung zwischen Schweriner- und Pinnower-See laden die vielen Lesesteinhaufen zum sammeln ein und uralte, dicke Eichen warten auf eine Umarmung. Auf jeden Fall sollte dem Findlingsgarten ein Besuch abgestattet werden. Er ist auf einem Endmoränenhügel angelegt, und es werden 136 Findlinge gezeigt. Die Steine stammen alle von der Trasse der Autobahn und aus Kiesgruben der Region. Ich glaube, wenn man Herrn Braasch fragt, hat er noch weitere gute Tipps auf Lager, was man unternehmen kann.

Unser Fazit: Es war eine lohnende Reise und wir werden sicherlich noch einmal zurückkommen. Aber dann werden wir mehr Zeit für das Museum, den Ort und die Umgebung einplanen.

Geologisches Museum und Natursteingalerie
Ringstraße11 - 19065 Raben-Steinfeld
Telefon: 03860 247
www.geologisches-museum.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 17 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung

  • Sternberger Gestein
  • Der Sternberger Kuchen, oder ist es ein Hamburger
  • Fachsimpeln mit Familie Braasch
  • Aus Lesesteinen hergestellter Fisch
  • Quarzdruse aus dem Geschiebe
  • Rabensteinfelder Turritellengestein
  • Silurische Stromatoporen aus dem Geschiebe
  • Polierte Seeigel
  • Belemniten in Feuerstein
  • Polierte Feuersteinfossilien
  • Schwamm in Feuerstein
  • Seeigel in Flintknolle
  • Hier werden die „Schmuckstücke“ angefertigt
  • Tertiäre Schnecken als Anhänger
  • Schmucksteine, polnischer Flint
  • Die meisten Steine vor dem Museum kommen vom Grundstück
  • Der Findlingsgarten mit 136 Findlingen aus der Umgebung
  • Aber der Frühling kommt
  • Uralte Eichen in der Ortschaft